Endlich wieder ein PC. Habe soeben alle meine mails gecheckt. Die zeit reicht momentan nicht um persoenliche mails zu beantworten, doch diejenigen.
Hier ein kleiner einblick in die vergangenen 10 tage.
Letzte woche war ich zusammen mit der hostmutter an der 4-H conference in Changhua County. Die reise dorthin legten wir mit dem zug zurueck. Es hiess um 2.10uhr aufstehen, denn der zug fuhr 2.55uhr… gaehn! Nach ueber fuenf stunden reise waren wir am ziel. In Changhua trafen wir dann viele andere 4-H member (bekannte gesichter aus taipei) und auch meine IFYE kollegin Yannik. Die eigentliche konferenz war erst nach dem nachtessen und dauerte und dauerte und dauerte… Yannik und ich verstanden natuerlich so gut wie nichts! Wir verweilten uns daher mit “vier gewinnt” spielen (auf papier) und langweilen. Die uebernachtung war top. Schoenes hotel, bett knapp lang genug und nach dem guten rotwein (produziert in France, abgefuellt in Taiwan)schlief ich wie ein murmeltier. Der zweite tag der konferenz bescherte uns eine laengere carfahrt mit K A R A O K E, die nicht enden wollte. Die belohnung war eine traditionelle darbietung von schulkindern. Eine gruppe sang traditionelle lieder und tanzte dazu. Die zweite gruppe tanzte und tanzte. Wow. So stelle ich mir taenze von sippen im busch vor, kann es leider nicht besser beschreiben. Besser als jeder museeumsbesuch und erst noch tausendmal kurzweiliger als drei stunden am stueck im nationalmuseeum buddha statuen studieren.
Das letzte wochenende verbrachte ich mit der gastfamilie. Unter anderem besuchten wir das Center of National Art (oder so) in Ilan. So was wie das freilichtmuseeum ballenberg. Es gibt dort shops mit traditionellem handwerk -und ein starbuck coffee- in denen man selbst dinge basteln kann (mosaik baseln {sagt man das so?!} kerzen giessen und gestalten, porzellan malen usw.). Die gasteltern hatten fuer mich und meine kleine schwester die gestaltung der kerzen ausgesucht. Ferner habe ich an jenem wochenende (viel -aus taiwanesischer sicht) sport gemacht. Am sonntag vormittag 15min velofahren, mussten wegen regen frueher als geplant umkehren. Am montag fuhr ich mit meiner gastschwester (10jahre und kann seit 2wochen velofahren)und deren eltern mit den velos zum “fondue chinoise” essen. Das grenzte fuer meine gastfamilie nahezu an eine sportliche hoechstleistung! Am nachmittag gingen wir sogar noch wandern. Ja, der aufstieg auf der asphaltstrasse dauerte ganze 20min. Die aussicht auf dem huegel ueber die naehere umgebung traumhaft.
Seit dienstag bin ich nun in changhua county, bei meiner neuen hostfamily. Sie haben eine frucht farm (auch fruit garden genannt) und leben in einem einfachen taiwanesischen haus. Die zufahrt zum haus erinnert an tessinerdoerfchen und ist richtig heimelig, die farm ist etwas ausserhalb des dorfes und ist echt superschoen. Hier habe ich auch zum ersten mal ein bett ohne matraze. Ich schlafe auf einer bambusaehnlichen unterlage -und die fuehlt sich doch ziemlich hart an. Doch mir tut nichts weh, wenn ich am morgen aufstehe, dann kann es nur halb so schlimm sein, oder?! Auf der farm kann ich sogar bei der einen oder anderen arbeit mithelfen. Die heutige hauptbeschaeftigung war 4stunden lang A4 Blaetter in der mitte falten -und die schachtel mit den unerledigten blaetter ist noch mehr als halb voll! Da muessen noch mindestens 2500 blaetter drin sein… die morgen auch gefaltet werden wollen. Gestern nachmittag konnte ich mich in der kueche nuetzlich machen. Habe mit meiner gastmutter superfeine ravioli gefuellt -und die hielten dem kochenden wasser stand! Der gastvater meinte, ich koenne ja in der schweiz eine garkueche eroeffnen und dort chinese food verkaufen. Waer doch was. Und dazu gibts den feinen taiwanesischen milk tea, mit den “boelleli” aus suesskartoffeln. Meine hostfamilie lebt mit den grosseltern im selben haus. Traditionell eben. Meine beiden gastbrueder 3 und 8 jahre sind richtige “luusbuebe”. Wehe, wenn sie losgelassen…!
Wie ihr seht, ich bin wohl auf und wohl behuetet.