{"id":295,"date":"2011-12-17T10:55:26","date_gmt":"2011-12-17T09:55:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.elmeri.ch\/?p=295"},"modified":"2012-02-13T11:20:22","modified_gmt":"2012-02-13T10:20:22","slug":"myanmar-burma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.elmeri.ch\/?p=295","title":{"rendered":"Myanmar (Burma)"},"content":{"rendered":"<p>Vorne weg; wir sind eine Woche fr\u00c3\u00bcher aus Myanmar zur\u00c3\u00bcck, als urspr\u00c3\u00bcnglich geplant. Der Hauptgrund ist, dass es nicht m\u00c3\u00b6glich war, auf dem Landweg nach S\u00c3\u00bcdwestchina auszureisen. F\u00c3\u00bcr uns Touristen ist es verboten uns in die Grenznahe Gegend zu begeben, weil dort politische Unruhen mit dem grossen Nachbarn China vorherrschen. In Bhamo (Nordostmyanmar) hat man uns erz\u00c3\u00a4hlt, dass man selbst in der Ortschaft die Sch\u00c3\u00bcsse der K\u00c3\u00a4mpfe h\u00c3\u00b6ren konnte (etwa eine Woche vor unserem Aufenthalt in jenem Ort). Grund der Unruhen sind die Forderungen der Chinesen, eine Staumauer in Myanmar zu errichten, um Strom zu gewinnen. Soweit so gut. Nur, der Strom soll zu 90% nach China exportiert werden&#8230; Will heissen, die Nebenwirkungen des Staudammes w\u00c3\u00bcrden alle zu Lasten des Schwellenlandes Myanmar gehen. Und diese sind gravierend! Bei einer Errichtung des Staudammes w\u00c3\u00bcrden mehrere Tausend\u00c2\u00a0 Menschen ihre Existenz verlieren. Betroffen davon ist vorwiegend die Landwirtschaft (Reisanbau) und die Fischerei. Heisst konkret: Kein Wasser, kein Leben. Aus unserer Sicht alles logische Folgen eines derartigen Projekts. Die l\u00c3\u00a4cherlichen 10% Strom, die das Land f\u00c3\u00bcr sich verwenden d\u00c3\u00bcrfte ist in Anbetracht der massiv unterentwickelten Stromversorgung ein Tropfen auf den heissen Stein. Bedeutet konkret: Die Menschen in Myanmar haben ausser den negativen Folgen von einem derartigen Projekt keinen Nutzen f\u00c3\u00bcr sich selbst.<\/p>\n<p>Dies eine erste Geschichte aus dem Land, in welchem die Menschen zum Teil leben wie Ratten -und andere wie Gott in Frankreich.<\/p>\n<p>Nun aber zu unserer Reiseroute, die wir zur\u00c3\u00bcckgelegt haben. Nach Ankunft in Yangun (ehemalige Hauptstadt) im S\u00c3\u00bcden des Landes sind wir mit dem Nachtzug richtung Norden in die zweitgr\u00c3\u00b6sste Stadt gefahren. Nach gut 20 Stunden \u00c3\u00bcberaus holperiger Zugfahrt im Schlafwagen kamen wir bestens durchgesch\u00c3\u00bcttelt in Mandalay an. Dort sp\u00c3\u00bcrten wir bereits das k\u00c3\u00bchler werdende Winterklima eines Tropischen Landes. Urspr\u00c3\u00bcnglich war geplant, dass wir dort einen 10-Tageskurs in einem Vipassana Meditationszentrum sitzen wollten. Noch w\u00c3\u00a4hrend der Registrierung wurde festgestellt, dass wir nicht mit einem Meditationsvisa eingereist sind, sondern mit einem normalen Touristenvisa. Die Botschaft in Bangkok hat uns trotz schriftlicher Empfehlung (die wir selbstverst\u00c3\u00a4ndlich f\u00c3\u00bcr die Visabeantragung vorgelegt haben) kein Meditationsvisum ausgestellt. Das Meditationszentrum seinerseits hat die Auflage, dass Ausl\u00c3\u00a4nder mit Touristenvisum sich nicht im Zentrum aufhalten d\u00c3\u00bcrfen. Leider wurde uns diese Tatsache nicht kommuniziert -bis wir im Zentrum waren. Diese \u00e2\u20ac\u017eAusladung\u00e2\u20ac\u0153 hatte zur Folge, dass wir noch am selben Abend mit einem Gesch\u00c3\u00a4ftsmann, der seine Ehefrau ins Zentrum gefahren hatte, zur\u00c3\u00bcck in die Ortschaft mitnahm und wir dann gegen 21h abends auf Zimmersuche gingen.<\/p>\n<p>Dann hiess es, dass wir unseren Aufenthalt in Myanmar anders zu gestalten haben, als urspr\u00c3\u00bcnglich gedacht. Wir entschieden uns weiter mit dem Zug nach Norden zu reisen und dann von Bhamo mit dem Schiff auf dem Irrawady in einer dreit\u00c3\u00a4gigen Reise zur\u00c3\u00bcck nach Mandalay tuckern. Die Dame in der Reiseagency hat unser Anliegen nicht ganz verstanden und hat uns ein Zugticket ausgestellt, das uns bis in die n\u00c3\u00b6rdlichste Stadt des Landes bringt (die n\u00c3\u00b6rdlichste Stadt, in welche Touristen legal reisen d\u00c3\u00bcrfen). Mytchina heisst dieser Ort und ist auf dem selben n\u00c3\u00b6rdlichen Breitengrad wie das chinesische Kunming. Die Zugfahrt dorthin war eine Tortour! Wir hatten f\u00c3\u00bcr 36US$ ein Ticket f\u00c3\u00bcr die upper class (Einheimische bezahlen f\u00c3\u00bcr die selbe Dienstleistung US$ 8.-) gebucht und unser Wagen war wohl mit upper class angeschrieben, leider aber enthielt dieser keine Sitzlehnen, die man zur\u00c3\u00bccklehenen konnte. In diesem Zug inmitten Birmanischer Frauen mit ihren Kleinkindern auf dem Schoss reisten wir innerhalb 24h Richtung Norden. Die Spitzengeschwindigkeit eines solchen Zuges liegt bei etwa 70km\/h (Berechnung mit GPS) und seit der Erbauung des Bahntrassees durch die Engl\u00c3\u00a4nder vor etwa 150 Jahren, wurde kaum mehr etwas an den Schienen gemacht. Das heisst, es holpert unentwegt. Manchmal h\u00c3\u00bcpft der Zug buchst\u00c3\u00a4blich \u00c3\u00bcber die Schienen. Immer wieder wurden wir gef\u00c3\u00bchlte 30cm von unserer Sitzfl\u00c3\u00a4che Richtung Decke geworfen und wenn wir dann unsanft auf unserem Hinterteil wieder gelandet waren, kam auch schon die n\u00c3\u00a4chste &#8220;Bodenwelle&#8221;. Der Zugkenner an meiner Seite hat sich mehrmals gewundert, dass der Wagen weiterhin auf den Schienen weiterfuhr. W\u00c3\u00a4hrend dieser Zugfahrt haben wir immer wieder feststellen m\u00c3\u00bcssen, dass die Einheimischen diese Tatsache mit einem enormen Gleichmut entgegen nehmen! Es ist holprig, die Sitze einigermassen unbequem und in einem Asiatischen Zug sind niemals die Fenster geschlossen&#8230; Was jammere ich hier?! Stephan und ich sind gut ausger\u00c3\u00bcstet und haben den Schlafsack \u00c3\u00bcber uns ausgebreitet -so hatten wir es kuschelig warm. Abends um neun haben alle unsere &#8220;Nachbarn&#8221; geschlafen und wir konnten und konnten keinen Schlaf finden. Dann sassen wir also in diesem Sch\u00c3\u00bcttelbecher auf Schienen unter unserem kuschelig warmen Schlafsack und sinnierten, dass es sich nun anf\u00c3\u00bchlt, wie zu Hause eingemummelt vor dem Fernseher. Auf meinem Laptop gibt es genau einen gespeicherten Film -und den haben wir uns dann mitten in der Nacht im Zug Richtung Nordmyanmar angeschaut -das Sofafeeling wollte dennoch nicht richtig aufkommen, aufgrund des holperigen Untergrundes blieb die Festplatte ein paar mal stecken&#8230; Der Kulturmix, in den wir uns durch das Filmschauen begaben, war einzigartig -wir haben &#8220;Berlin Calling&#8221; geschaut. Sozusagen sind wir in einer fremden Welt in unsere andere (inzwischen auch fremd gewordene) Welt zur\u00c3\u00bcckgetaucht. Tief in der Nacht fanden wir dann endlich auch unseren Schlaf und meine Wenigkeit schlief noch lange in den Morgen hinein, obschon rund um mich herum schon wieder buntes Treiben von Ess- und Trinkwarenh\u00c3\u00a4ndlern herrschte, zeitweilen kreischende Kinder den L\u00c3\u00a4rmpegel anhoben und jede Menge dreckig staubige Morgenluft uns umgab.<\/p>\n<p>Es gibt einige andere Erlebnisse aus dem goldenen Land zu berichten, doch f\u00c3\u00bcr heute lasse ich es gut sein. Ich weiss noch nicht, wann ich wieder die Muse habe zu berichten. Die Reise geht unentwegt weiter&#8230; Heute Abend geht&#8217;s auf nach Chiang Mai mit dem Overnightbus -12h Busfahrt. Dort werde ich morgen Stephan wieder treffen, der bereits gestern Abend los gezogen ist dorthin. Ich habe daf\u00c3\u00bcr heute den Tag in Bangkok und seine Vorz\u00c3\u00bcge genossen und werde in gut 1.5h Richtung Norden im Bus sitzen.<\/p>\n<p>In den n\u00c3\u00a4chsten Tagen wollen wir nach Nordlaos aufbrechen. Die Grenze \u00c3\u00bcberqueren wir in Huoxai -wo ich vor knapp 6 Jahren von Laos nach Thailand eingereist bin. \u00c3\u0153ber Nordlaos wollen wir dann nach China einreisen -und diesmal rechnen wir, dass der Plan der Ausreise auf dem Landweg auch wirklich umzusetzen ist. Von da aus ist Kunming auf der Routenplanung. Anschliessend an China wollen wir die Grenze zu Vietnam im Norden \u00c3\u00bcberqueren und dann weiter nach Hanoi und weiter s\u00c3\u00bcdlich. Je nach Zeitplan werden wir auf dem Landweg nach Kambodscha fahren oder wir fliegen von Vietnam zur\u00c3\u00bcck nach Bangkok. Das Ziel ist sehr klar: Sp\u00c3\u00a4testens am 2.2.2012 muss meine Wenigkeit zur\u00c3\u00bcck in Bangkok sein, denn am darauffolgenden Tag habe ich mein lang ersehntes Visa Interview bei der US-Amerikanischen Botschaft. Letztendlich darf ich nur mit diesem Visa in die Staaten einreisen und studieren.<\/p>\n<p>Soweit die News aus S\u00c3\u00bcdostasien. Wetter Bangkok: 30\u00c2\u00b0C, Sonnenschein, 16.40h<\/p>\n<p>Frohe Festtage w\u00c3\u00bcnsche ich Euch allen und geniesst den (Pulver)Schnee!!! Susan<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorne weg; wir sind eine Woche fr\u00c3\u00bcher aus Myanmar zur\u00c3\u00bcck, als urspr\u00c3\u00bcnglich geplant. Der Hauptgrund ist, dass es nicht m\u00c3\u00b6glich war, auf dem Landweg nach S\u00c3\u00bcdwestchina auszureisen. F\u00c3\u00bcr uns Touristen ist es verboten uns in die Grenznahe Gegend zu begeben, weil dort politische Unruhen mit dem grossen Nachbarn China vorherrschen. 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