Mauna Kea

Ich war oben. Auf dem Gipfel. Zum ersten mal in meinem Leben auf über 4200m.ü.M. Und dies alles fast gänzlich ohne körperliche Anstrengung -nach echter Ami Manier.

Gemeinsam mit meinem Gastgeber fuhr ich am Freitagnachmittag in Hilo mit dem Auto Richtung Mauna Kea. Das Ziel war eigentlich das Besucherzentrum auf 2800m. Nachdem wir uns einige Zeit dort aufgehalten hatten und einen kurzen Blick in den Souvenir-Shop geworfen haben, entschlossen wir dem klaren Wetter zuliebe, den Gipfel zu stürmen. Da gibt’s allerdings ein Haken. Mein Mietwagen ist ein einfacher Personenwagen mit Automatikschaltung und Frontantrieb und ist eben: ein Mietwagen. Offiziell sei es nicht erlaubt, mit nur Zweiradgetriebenen Mietwagen auf den Berg zu fahren, weil es einen 5 Meilen langes Teilstück gibt, das nicht befestigt ist. Als ich dann jedoch die Strasse vom Besucherzentrum aus in Augenschein nahm und feststellte, dass die Amis mit weniger Fahrkönnen als ich, dort auch hinauf fahren, hab ich mich entschieden es zu versuchen. Umkehren kann ich jederzeit (die Strasse ist so breit wie eine Schweizer Hauptstrasse mit Radstreifen am Rande -und das bis ganz Oben!).
Da tuckerten wir also los, Richtung Gipfel. Der Motor hatte wie zu erwarten zunehmende Mühe… langsam dafür stetig erklomm der Wagen Höhenmeter um Höhenmeter. Oben angekommen parkte ich den Wagen und zog ALLE meine Kleider an, die ich glaubte, dass sie mich etwas wärmen. Da gab es noch den einen “Hügel” den es zu Fuss zu bezwingen gab. Mein Begleiter setzte sich nach dem beschnuppern der eisigen Luft nach etwa einer Minute wieder in den Wagen und entschloss, dass er nicht wieder aussteigt, denn er möge die Kälte nicht. Nun, ich mag sie auch nicht wirklich, und wenn die Kleidung derart improvisiert ist, wie es die meinige war, dann noch viel weniger. Die Kälte machte mir ganz ehrlich weniger zu schaffen, als der Scharfe Wind, der selbst durch meine “Windjacke” hindurch auf der Haut ein Kältegefühl hervorrief. Zügig machte ich mich auf den Weg zum Gipfel und überholte stolpernde japanische Tourist in Ballerinas und Converters. Meine Schuhe haben immerhin eine Contagripsohle mit entsprechendem Profil und auf den halbwegs eingefrorenen losen Steinen war ich wirklich froh um diese. Die letzten 5 Höhenmeter spürte ich dann auch, dass die Luft wirklich dünn ist und wie ich dann meinen Gang etwas verlangsamte wurde mir bewusst, dass meine Finger bereits so gut wie taub waren.
Am Ziel angekommen kramte ich ungeschickt nach meiner Fotokamera in der Jackentasche und ausser einschalten und Auslöser drücken war da nichts mehr drin. Ich habe keinen Zoom mehr bedienen können, zu fein diese Apparatur. Einmal auf jede Seite eine Aufnahme und dann noch jemanden darum bitten, ein Souvenierbild von mir zu schiessen und schon machte ich mich auf den Abstieg. Da wurde mir dann auch bewusst, dass die Koordination meiner Beine und Füsse auch nicht mehr grad so 1A sind wie “normal”. Entsprechend vorsichtig ging ich dann den Abhang hinunter und flüchtete schlussendlich einigermassen gut durchgefroren in das Wageninnere. Von dort aus konnten wir die untergehende Sonne über einem wunderbaren Nebelmeer geniessen.
Noch bevor all die anderen Touristen sich auf die Rückfahrt machten, fuhren wir los durch die aufkommende Dunkelheit.
Beim Besucherzentrum legten wir nochmals einen Halt ein, in der Hoffnung einen imposanten Sternenhimmel beobachten zu können. Obwohl die Nacht klar war konnten wir die Milchstrasse kaum ausmachen. Ich hatte noch kurz durch die Teleskope zu Jupiter und Uranus hinauf geschaut aber dessen Anblick durch das Vergrösserungsglas hat mich nicht sehr beeindruckt. Ich mag diese Sterne lieber, wenn sie einfach hell und schön am Nachthimmel stehen. (Auch im Teleskop waren sie für mein Empfinden noch klein 😉 )

Bilder zum “Bergsteigertag” gibt es auf www.blog.elmeri.ch/usa
Infos über den Berg gibt es hier -es ist mir nicht möglich, den Link Interaktiv einzufügen, sory! http://www.ifa.hawaii.edu/info/vis/

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